1. Definitionen der Telearbeit

Bei Umfragen [Schoch 1995] im Jahre 1992 gaben nur 34% der Befragten an, schon einmal etwas von Telearbeit oder Telearbeitsplätzen gehört zu haben. Von denen, die den Ausdruck schon kennen, haben 10% nur eine ungenaue oder unrichtige Vorstellung davon. Die meisten verstehen jedoch den Begriff - wenn auch stark vereinfacht und bei grosszügiger Auslegung der Antworten - zumindest sinngemäss oder teilweise richtig. Sie stellen sich darunter eine "Arbeit mit Computer" oder "Arbeit zu Hause" bzw. "in der Nähe" oder genauer: eine "Arbeit zu Hause mit Bildschirm oder Computer" vor. Nur eine Minderheit präzisiert: "...und mit Verbindung zur Firma". Einige wenige sagen: "Arbeit zu Hause, aber in einer Gruppe".

Diese Unsicherheit in der Begriffwahl kommt nicht von ungefähr. Viele Autoren benutzen unterschiedliche Begriffe für Arbeitsformen, welche in die Kategorie der Telearbeit fallen. So wird z.B. von Satellitenbüros, Nachbarschaftsbüros, Desksharing usw. gesprochen. All diese Spezialisierungen der Telearbeit gehören jedoch zur Kategorie des ganz oder teilweise dezentralen Arbeitsortes in der Nähe des Wohnortes.

[Ulrich 1994] definiert Telearbeit als die Möglichkeit der zeitlichen und räumlichen Entkoppelung von Büroarbeit durch den Einsatz von Mitteln der Telekommunikation. Telearbeit wird in der Literatur als Oberbegriff für die verschiedenartigsten Arbeitsformen ausserhalb des eigentlichen Betriebes verwendet. [Schoch 1995] unterscheidet insbesondere drei Varianten:

1.1. Satelliten- / Nachbarschaftsbüros

In der Nähe ihres Wohnortes arbeiten Mitarbeiter eines oder mehrerer Betriebe in einem gemeinsamen Büro - an einem gemeinsamen Projekt oder an mehreren voneinander unabhängigen Aufgaben. Es kann sich z.B. um ein Profit Center eines einzelnen Unternehmens, um eine gemeinsame Einrichtung mehrerer Unternehmen oder um eine juristisch selbständige Einheit handeln.

Unter Satellitenbüros versteht man das Ausgliedern eines Teils der Mitarbeiter in ein Büro in der Nähe des Wohnortes der Arbeitnehmer. Voraussetzung hierfür ist, dass die Mitarbeiter entweder bereits in der Nähe dieses Satellitenbüros wohnen bzw. den Wunsch haben, dorthin zu ziehen. Für die Unternehmung bietet sich auf der anderen Seite Gelegenheit, Mitarbeiter aus Regionen einzustellen, die nicht bereit sind, am heutigen Standort der Unternehmung zu arbeiten, indem in ihrer Nähe ein Satellitenbüro errichtet wird.

Bei den Nachbarschaftsbüros werden dieselben Vorteile von mehreren Unternehmungen genützt. In einem Büro arbeiten Teleworker unterschiedlicher Unternehmen vereint. Diese Form ist jedoch nicht für alle Branchen geeignet. So können z.B. bei Banken, Versicherungen etc. Sicherheitsprobleme auftreten, die eine Arbeit in einem Nachbarschafts-büro verunmöglichen. Auf der anderen Seite können jedoch gewisse branchenübergreifende Synergien auftreten. In informellen Pausengesprächen können so Probleme des einen Teleworkers plötzlich ganz andere Perspektiven erlangen. weiter  
 
 
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