2. Telearbeit in der Praxis

Anhand der obenerwähnten Arbeitsformen der Telearbeit werden im Folgenden praktische Beispiel aufgeführt. Die drei folgenden Schweizer Firmen kann man in diesem Bereich als führend bezeichnen, da sie die gewählten Telearbeitsformen bereits seit mehreren Jahren erfolgreich praktizieren.

2.1. Schweizerische Kreditanstalt (SKA)1

Bei der SKA existieren für die Informatiker Satellitenbüros. Unmittelbarer Anlass für das Satellitenbüroprojekt war die Arbeitsmarktsituation im Grossraum Zürich. Einerseits ist in der Bank laufend ein erheblicher Bedarf an Informatikern und Anwärtern in der Grössenordnung von 100 Personen im Jahr zu decken. Anderseits bereitet es zunehmend Mühe, vom ausgetrockneten und überhitzten Zürcher Arbeitsmarkt noch genügend gute Leute zu beziehen. Dazu kommen Probleme im Zusammenhang mit Arbeitswegen in die Stadt. Ergänzend zur Arbeitsmarktsituation lassen die Wünsche der Mitarbeiter nach Flexibilisierung der Arbeitszeiten, kürzere Fahrzeiten zur Arbeit und allgemein höherer Lebens- und Umweltqualität einen zentralen Arbeitsplatz als zunehmend unattraktiv erscheinen.

Die Wahl der Standorte erfolgte unter dem Aspekt der Verteilung nach Sprachregionen und Ballungszentren, möglichst in der Nähe grösserer Bankfilialen.

Einige Mitarbeiter haben dies als "Ausgesperrtsein" empfunden. In den zentralen Grossraumbüros und den übrigen Begegnungsorten - man denke nur an eine Cafeteria - trifft man sich häufiger und mit mehr Leuten; damit ist der informelle Informationsaustausch als wichtige soziale Komponente auch im Berufsleben viel besser gewährleistet als draussen im Grünen.

Nach mehr als zwei Jahren Betrieb fiel eine erste Bilanz vorwiegend positiv aus. Sie wurde aus einer Meinungsumfrage ermittelt und durch Besuche und Interviews bestätigt. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung sind in Abbildung 1 (Seite 9) wiedergegeben. Auffallend ist vor allem die Diskrepanz der Zufriedenheit bei der Frage nach dem Arbeitsweg. 25% der Befragten im Verwaltungszentrum Zürich gaben sogar an, einen schlechten bis sehr schlechten Arbeitsweg zu haben.

Abb.1: Beurteilung der Arbeitssituation durch die SKA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter

Die erwähnten Erfahrungen führten zur Formulierung von Zielsetzungen für das weitere Vorgehen:

a)Gruppenbezogene Formen der Dezentralisierung werden der isolierten Tele-Heimarbeit klar vorgezogen.

b)Aus Gründen der Sicherheit sowie der besseren arbeitsbezogenen Kommunikation ist bei Dezentralisierung Satellitenbüros den Nachbarschaftsbüros Vorzug zu geben. weiter

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1) Als Quelle diente mir eim Artikel der NZZ. Leider konnte mir die SKA nur das ungefähre Erscheinungsjahr angeben (1988/89).  
 
 
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