3. Akzeptanz bei den Arbeitnehmern

Von der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialforschung [Schoch 1995] WI-SO, wurden in den vergangen Jahren immer wieder Erhebungen durchgeführt, um die Akzeptanz der Telearbeit bei den Arbeitnehmern festzustellen.

Im folgenden werden die Resultate dieser Untersuchungen auszugsweise wiedergegeben:

3.1. Wahrgenommene Vorteile

Die meistgenannten einzelnen Vorteile der Telearbeit sind nach Aussage der Befragten die "Möglichkeit, sich die persönliche Arbeitszeit selber und frei einteilen zu können", also die Flexibilisierung der Arbeit und der Arbeitszeit (1992: 47%), sowie mehr oder bessere Gestaltung der Freizeit (5%). Am zweithäufigsten wird der Wegfall des Arbeitsweges genannt (43%). Weitere Argumente zugunsten der Telearbeit sind ferner die private und ruhige Arbeitsathmosphäre zu Hause (zusammen 20%).

Alle diese Argumente werden im Verlaufe der Jahre zunehmend häufiger erwähnt und haben 1992 gegenüber 1987 an Bedeutung stark gewonnen. Diese Vorteile kommen den Wünschen einer grossen Zahl von Arbeitnehmern entgegen.
Kleine Minderheiten von je einigen Personen erwähnten als weitere Vorteile:

-Telearbeit eignet sich für Behinderte.
-Man kann ruhiger, konzentrierter arbeiten.
-Keine geschäftlichen Zwänge mehr.
-Kommunikation in der Familie wird gefördert.

Etwa zwei von zehn Befragten können keine Vorteile nennen. Hier zeigt sich der nach wie vor eher geringe Informationsstand sowie anhaltende Unsicherheit in der Bevölkerung bezüglich der Einsatzmöglichkeiten der Telearbeit.

Nicht erkannt und erwähnt werden die grössere Freiheit in der Wahl des Wohnortes oder weitere, eher gesamtgesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche als individuelle Pluspunkte. Dazu gehören z.B.: die Aufwertung von geographischen Randgebieten, die Reduktion der Pendlerströme und damit der Schutz von Natur und Umwelt infolge geringeren Energie- und Landverbrauchs oder weniger Immissionen dank Telearbeit.

3.2. Wahrgenommene Nachteile

Eine hohe wahrgenommene (ökonomische, soziale oder psychische) relative Vorteilhaftigkeit einer Innovation im Vergleich zu schon vorhandenen Alternativen wird allgemein als entscheidend wichtiger diffusionsfördernder Einflussfaktor betrachtet. Insgesamt werden von den Befragten immer noch, wenn auch mit abnehmender Tendenz, Nachteile häufiger als Vorteile der Telearbeit genannt. Diese Wahrnehmung basiert zwar auf höchst beschränkter objektiver Kenntnis und fehlender persönlicher Erfahrung bezüglich der Telearbeit und ihrer verschiedenen Formen. Trotzdem kann sie verhaltensbestimmend sein und die stagnierende Diffusion teilweise erklären.

Als hauptsächlichster Nachteil wurden die sozialen Kosten, d.h. die Gefahr des Verlustes von zwischenmenschlichen Kontakten und der Isolierung und "Vereinsamung" des Arbeitnehmers in seinen vier Wänden genannt. Damit in Zusammenhang steht die Meinung, Teamarbeit werde nicht mehr möglich sein. Beide Aussagen sind im Zeitablauf häufiger geworden. Hier zeigen sich Indizien für die Bedeutung der Berufsarbeit im allgemeinen, welche dem Individuum nicht nur materielle Sicherheit, sondern auch Gefühle der Zugehörigkeit zu einem Betrieb, Partizipation in einem Arbeitsteam sowie vielfältige soziale Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten vermittelt. Hier zeigen sich zudem Indizien für zunehmende Besorgnis bezüglich der Sozialverträglichkeit der technischen Innovation, Telearbeit im speziellen. Allerdings denken die Befragten nicht daran, dass es eben auch die Variante der Telearbeit in Satelliten- oder Nachbarschaftsbüros geben kann. weiter  
 
 
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