Wie bereits an verschiedenen Orten erwähnt, wird sich der Arbeitnehmer in Zukunft mit unterschiedlichen Rollen auseinander setzten müssen. Je nach rechtlicher Ausgestaltung der Telearbeit aber auch je nach Führungsmuster des Managements, wird er mit mehr oder weniger Kontrolle respektive Verantwortung konfrontiert. Eine Aufgabe, welche für viele eine Chance - für andere Angst in sich birgt.
Man wird an unterschiedlichen Orten, für unterschiedliche Zeiten, bei unterschiedlichen Firmen, in unterschiedlichen Berufen mit unterschiedlichen Frauen und Männer in unterschiedlichen Ländern sein Leben verbringen - oder wie Bill Clinton vor seiner ersten Wahl zum amerikanischen Präsidenten gesagt hat: "All we need is change!" Ob wir diesen Wechsel jedoch wirklich benötigen, sei an diesem Ort dahingestellt - auf alle Fälle wird er stattfinden.
4.2.1. Die Neuverteilung der Rollen zwischen Mann und Frau
Wie die Umfragen gezeigt haben, waren bei den vereinzelten Plätzen v.a. die Frauen im oder nach dem Mutterschaftsurlaub mit dieser neuen Arbeitsform konfrontiert. Die internationalen Tendenzen weisen jedoch darauf hin, dass auch die Nachfrage der Männer in diesem Bereich ansteigen wird. Die grösste und auffälligste Veränderung auf dem Arbeitsmarkt ist die starke Zunahme des Anteils von arbeitenden Frauen.
"In den USA hatten 1960 beispielsweise nur 28% der verheirateten Frauen mit Kindern eine bezahlte Arbeit, 1984 waren es nach einer Untersuchung des Hudson Institute bereits 61%, 1991 arbeiteten etwa 60% aller amerikanischen Mütter mit Kindern unter sechs Jahren, das waren etwa doppelt so viel wie 1970. Anfangs war die Anzahl dieser Frauen noch so gering, dass sie keine Änderungen in den Arbeitsbedingungen erzwingen konnten. Aber neben der Tatsache, dass immer mehr Frauen arbeiteten, stellten diese Frauen auch neue Anforderungen an die verstärkte Mitarbeit ihrer Männer im häuslichen Bereich. Das bedeutet, dass sowohl Männer als auch Frauen neue Arbeitsformen brauchen, um ihre berufliche Arbeit mit ihren häuslichen und familiären Verpflichtungen besser in Einklang bringen zu können [Fischer 1997]".
4.2.2. Die demographischen Veränderungen
Eine weitere wichtige demographische Entwicklung ist diejenige, dass die sog. Umkehrung der Bevölkerungspyramide stattfinden wird. Es wird in Zukunft länger je mehr - und immer ältere - alte Leute geben und auf der Gegenseite immer weniger junge, Erwerbstätige. Der Trend, 50-jährige zum Alteisen zu werfen, erfährt jedoch schon heute eine Trendwende. Viele Unternehmen haben realisiert, dass das Wissen und die Erfahrung dieser Männer und Frauen sehr wichtig ist für die Firma. Auch wenn die physische Leistung nicht überall gewährleistet ist, so ist dennoch ein enormes Know-how vorhanden. "Ein 70-jähriger von heute ist sowohl physisch als auch psychisch mit einem 60-jährigen von vor dreissig Jahren zu vergleichen [Fischer 1997]".
"Es ist kaum vorstellbar, dass auch in Zukunft Menschen mit 60 Jahren aus dem Arbeitsleben ausscheiden werden und dann von dem immer kleiner werdenden Teil der arbeitenden Bevölkerung versorgt werden. Was immer auch jetzt von politischer Seite gesagt wird, um die zahlenmässig immer grössere Wählergruppe der älteren Menschen sowie auch aller derzeitigen Einzahler in dieses System zu beruhigen, das Rentensystem, so wie es jetzt existiert, wird weder politisch noch wirtschaftlich durchzuhalten sein, wir werden alle wesentlich länger arbeiten müssen, wenn auch nicht in derselben Weise und im selben Beruf wie bisher. Es wird wirtschaftlich und gesellschaftlich notwendig sein, dass besonders im späteren Lebensabschnitt eine graduelle Absenkung des Arbeitseinsatzes erfolgt. Dies wird am besten durch eine Arbeit von zu Hause aus und als Selbstangestellter erfolgen. Die Möglichkeiten für eine solche Arbeitsgestaltung sind sehr vielfältig [Fischer 1997]".
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