2.2.2.3. IBM

 

Das Prinzip des Desksharing wird bei der IBM Schweiz seit 1995 praktiziert. Neben einem fixen Anteil von 600 Mitarbeiter sind 300 Mitarbeiter als Desksharer angestellt. Auch hier sei wieder die kritische Anmerkung erlaubt, dass dies Mitarbeiter im Aussendienst sind und somit nicht unbedingt vor der Wahl des Desksharings stehen, sondern durch ihren Beruf mehr oder weniger dazu gezwungen werden. Es handelt sich also nicht um Telearbeiter im eigentlichen Sinne, sondern um mobile Mitarbeiter mit einem Anrecht auf einen Teil-Arbeitsplatz im Betrieb. Die 300 Desksharer teilen sich am Hauptsitz 130 Büroarbeitsplätze.

 

2.2.2.4. Zutt und Partner

 

Bei der Net-Agency Zutt und Partner, welche als Kommunikationsberater tätig ist, existieren unterschiedliche Formen von Telearbeit. Dem Mitarbeiter wird denn auch die freie Wahl gelassen bei der Bestimmung seines Arbeitsortes. Angefangen mit Telearbeit hat das heute zwischen 15 und 20 Mitarbeitern zählende Unternehmen im Jahre 1982. Da bei der Firma Zutt & Partner alle gezwungen werden, mit denselben Tools (E-Mail, Projektmanagementprogramme etc.) zu arbeiten, wird denn auch davon gesprochen, dass im Prinzip alle Mitarbeiter Telearbeiter seien. Der Standort spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Organisation ist so strukturiert und aufgebaut, dass es unwichtig wird, von wo aus gearbeitet wird.

 

2.3. Motivatoren und Erfahrungen (Frage 4 - 8)

 

2.3.1. Vereinzelte Plätze

 

Der Grund der Einführung liegt bei praktisch allen befragten Unternehmen auf Seiten der Arbeitnehmer. Durch Mutterschaftsurlaub oder Unfall bedingte längere Abwesenheiten vom Betrieb, weckten überwiegend bei Arbeitnehmerinnen den Wunsch, von zu Hause aus ein gewisses Pensum tätig zu sein.

 

Daneben werden oft auf Basis Stundenlohn freie Mitarbeiter in einer Art Telearbeitsverhältnis eingestellt. Hier liegt der Grund eher bei der Überbrückung von Spitzenzeiten oder im Sinne eines Outsourcings, da die Kapazitäten im Betrieb nicht reichen und für eine neue Vollzeitstelle nicht genügen würden. Das Telearbeitsverhältnis besteht hier insofern, als dass der Arbeitnehmer nicht im Betrieb, sondern von zu Hause aus tätig ist. Jedoch geschieht dies oft als Selbständigerwerbender.

 

Die Erfahrungen werden allgemein als gut bezeichnet, da so effizient und ohne grosse bürokratische Hürden Spitzenzeiten überwunden werden können. Jedoch eignet sich diese Arbeitsform nicht für alle. Dort wo Teamarbeit gefragt ist, scheidet die Auslagerung der Arbeit oft von vornherein aus. Es wird allgemein davon gesprochen, dass sich diese Arbeitsform v.a. für "einfachere" Arbeiten eignen würde, z.B. für Berechnungen, Sekretariat, Übersetzungen oder für Studenten während des Studiums.

 

Was die Bevorzugung von gewissen Branchen, Regionen oder Schichten anbelangt, fällt auf, dass es sich in diesen Fällen praktisch ausschliesslich um Frauen mit Erziehungsaufgaben handelt.

 

Was die Effizienz betrifft, erwähnt z.B. Frau Jelineck von der Von Roll, dass in ihrem Betrieb die Effizienz am Besten sei bei einer Teilzeitstelle von 80%. Dies unabhängig davon, ob jemand als Telearbeiter oder "normaler" Angestellter tätig sei.

 

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