2.3.2. Telearbeit als Arbeitsmodell

 

2.3.2.1. Credit Suisse

 

Bei der Credit Suisse lag der Hauptgrund eindeutig bei der Schwierigkeit der Mitarbeiterrekrutierung im Informatikbereich. Viele Fachkräfte waren nicht mehr gewillt, den langen Arbeitsweg auf sich zu nehmen bzw. ihren Wohnsitz nach Zürich zu verlegen. Insofern konnte mit der Errichtung von dezentralen Workcentern der Markt an Arbeitskräften stark ausgedehnt werden. Der Entscheid über die Einführung von Telearbeitsplätzen wird von einem Gremium gefällt.

Die Erfahrungen der Credit Suisse werden als sehr positiv bezeichnet, was auch in Mitarbeiterbefragungen immer wieder bestätigt wird (vgl. Abb. 7).

 

 

 

 

Abb. 7: Beurteilung der Arbeitssituation durch die CS-Mitarbeiter [Hallenbarter 1996].

 

Gewisse Nachteile werden darin gesehen, dass z.B. der Personalchef nicht immer ansprechbar ist, da dieser nicht vor Ort in den einzelnen Workcentern anwesend ist.

 

Bei der CS wird diese Arbeitsform praktisch ausschliesslich im Informatikbereich angewandt. Jedoch sieht man gewisse Zukunftsperspektiven für den Übersetzungsdienst. Was die Standorte der Satellitenbüros anbelangt, so wurden diese dergestalt gewählt, dass man möglichst nahe von Grossstädten ist. In der Schweiz geschah dies ziemlich flächendeckend an folgenden Standorten: Lugano, Worblaufen, Lausanne, Basel, Winterthur St. Gallen und Zug. Dies aus dem Grund, weil der Benutzer (Bankfachleute) dann auch in der Nähe ist. Dies spielt v.a. bei Projektgruppen eine grosse Rolle.

 

Eine Effizienzsteigerung konnte bei der CS nicht festgestellt werden. Man geht davon aus, dass sie in etwa dieselbe ist wie bei den anderen Mitarbeitern.

 

2.3.2.2. Foyer Handicap

 

Beim Foyer Handicap war es die Not, die das Projekt des Nachbarschaftsbüros in Neuchâtel vorantrieb. Für viele Behinderte war es nicht möglich, einer geregelten Arbeit nachzugehen. So sah man sich gezwungen, sich selber zu organisieren. Der Mensch geht nicht mehr zur Arbeit, sondern die Arbeit kommt zum Menschen; für viele dieser Menschen eine unendliche Öffnung der Arbeitsperspektiven. Man wurde vom Kanton Neuenburg und der Schweizerischen Vereinigung der Gelähmten unterstützt, so dass das Projekt verwirklicht werden konnte.

 

Die Erfahrungen werden von den Beteiligten sehr positiv eingeschätzt. Die behinderten Menschen können endlich einer ihren Fähigkeiten entsprechenden Arbeit nachgehen, von welcher sie früher durch ihre ganz oder teilweise eingeschränkten Mobilität ausgeschlossen waren. Von diesem Standpunkt her betrachtet ist eine immense Effizienzsteigerung bei den involvierten Leuten festzustellen. Einzig die Konzentration auf die Westschweiz wird als Mangel angesehen. Ein ähnliches Projekt in der Deutschschweiz hätte grosse Chancen.

 

Das Foyer Handicap ist in fast allen Bereichen tätig: Eingabe von Adressen, Reservationen, Katalogisierungen, Erfassen von Occasionsmärkten, Vermietungen, Buchhaltung, Lagerverwaltung, Statistiken, Öffentlichkeitsarbeit, Internetsitesge-staltugen etc.

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