Die beschriebenen Vorteile entsprechen weitgehend den theoretischerwarteten positiven Effekte bei einer individuellen Personalwirtschaftnach dem Cafeteria-Ansatz: Motivation, Bindung, Informationsaufdeckung und die Senkung gewisser Kosten.19
Manchmal ist aber der Pioniergeist wichtiger als Gewinn. Hans Peter Zutt bezeichnet sich auch selber als "Technikfreak"20 und als Idealisten. Das Beispiel der Vernetzung der Alphütte zeigt dies sehr deutlich. Sein Sohn gab im Gespräch denn auch zu, dass die Firma heute vielleicht grösser wäre, wenn diese Energien in rein kommerzielle Projekte gesteckt worden wären.
Die sehr positive Einschätzung des eigenen Modells muss aber auch vor dem Hintergrund der Technikbegeisterung des Geschäftsführers und seines Sohnes gesehen werden. Dies schränkt die Übertragbarkeit des Modells auf andere Firmen stark ein. Denn nicht überall ist der gleiche Enthusiasmus zu erwarten. Ein solches Modell bei aktivem oder passivem Widerstand der ganzen Belegschaft oder auch nur eines Teils einzuführen scheint nur bedingt möglich. Denn vorausgesetzt werden gute Kenntnisse und eine hohe Akzeptanz der Möglichkeiten moderner Telekommunikation bei allen Mitarbeitern, auch bei denen die ihre Arbeit traditionell im Büro leisten. Zutt & Partner ist eine junge Firma, darum können diese Probleme umgangen werden, indem man für eine Anstellung die Akzeptanz einfach voraussetzt. Bei einer bestehenden Firma mit älteren Angestellten wäre dies, auch wenn Schulung angeboten würde, kaum möglich. Zudem würden die Investitionskosten wohl schnell den zu erwartenden Gewinn übersteigen.
Probleme der Übertragbarkeit des Modells sind aber auch aus Gründen zu erwarten, die mit der Telearbeit an sich nichts zu tun haben. Mit 15 Mitarbeitern ist die Zutt & Partner ein Kleinbetrieb und weist typischeEigenschaften vieler Firmen dieser Grössenordnung auf. Die Organisation ist ganz auf den Eigner und Firmengründer Hans Peter Zutt zugeschnitten. Er ist bei jedem Geschäft involviert, trotz der Aufteilung der Aufträge auf verschiedene Projektteams. Er allein hat die Übersicht und ist die treibende Kraft bei technischen Innovationen. Bei einer grösseren Firma würde sich ein solcher Führungsstil natürlich nicht halten können und wäre zwangsläufig ineffizient, unabhängig davon ob mit Telearbeit produziert wird oder nicht. Insgesamt ist also eine Ubertragung des Modells auf andere Firmen nur sehr beschränkt möglich. Weiter
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19) Keller Pfrunder, A. ( 1995): Individualisierung der Personalwirtschaft, in: Die Unternehmung" 4/95, S. 270.20) Zutt, H.-P. (1991), in: SYSdata 7-8/91 (Interview).
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