5. Vorgehen und Probleme bei der Implementierung

5.1 Vorgehen bei der Implementierung

Den ersten Gehversuch unternahm Zutt & Partner im Jahr 1980 mit einer simplen Simulation: es wurde festgelegt, dass die Büros, die Tür an Tür liegen, 15 Kilometer voneinander entfernt seien. Sie machten die Bürotüren zu und kommunizierten fortan per Telefon miteinander. Bewusst wurden die spontanen persönlichen Kontakte auf das Minimum reduziert und durch geplante Besuche ersetzt. Sowohl die Zusamrnenarbeit wie auch die Kommunikation funktionierten bei diesem Versuch sehr gut, so dass sie sich in ihrem Vorhaben ermutigt fühlten.

Zu diesem Zeitpunkt war der Begriff "individualisierter Arbeitsort" noch unbekannt. Zutt & Partner betrat diesbezüglich Neuland. Hans Peter Zutt fand in den neuen Kommunikationsmitteln wie Telefax, Personalcomputer mit neuer Programmierungs- und Anwendungsmöglichkeiten die Werkzeuge um seine Idee zu verwirklichen: in räumlich getrennten Büros (Zellen) zu arbeiten, aber in enger organisierter Kommunikation verbunden zu bleiben.

1985 eröffnete Zutt & Partner die beiden ersten Zellen in Wolfhausen(Beratung) und Stäfa (Gestaltung). Hans Peter Zutt und seine Mitarbeiter machten sich die neuesten Entwicklungen der Kommunikationstechnik zunutze und entwickelten das Mehrplatzsystem mit Office-Management-Funktion. Ein Mailboxsystem wurde ebenfalls eingerichtet. Mit diesen technischen Hilfsmitteln wurden die ersten Erfahrungen im Tele-Management gemacht. Via Freisprechanlagen hielten sie "telephone-conferencing" ab. Somit reduzierte sich die physische Präsenz, die Kommunikation aber blieb funktionstüchtig.

Die positiven Erfahrungen bezüglich der Arbeitszufriedenheit, Arbeitseffizienz und Kundenzufriedenheit (die Kunden merkten gar nicht, dass in Firma Zutt & Partner räumlich getrennt gearbeitet wurde) bestärkten sie, das Modell weiter auszubauen. Sukzessiv wurden bis heute 15 Zellen (siehe Abbildung l) eingerichtet.

Diese dezentralen Arbeitsplätze sind miteinander vernetzt. Sie wurdenverknöpft mit dem Mehrplatz- und dem Mailboxsystem und verfügen heute auch über einen Internetanschluss. Weitere neue Produkte der Computertechnik wurden verwendet oder von den Mitarbeitern selbst entwickelt um die Funtionsweise der Telearbeit zu perfektionieren. Alle Mitarbeiter wurden in der Verwendung neuer Technik eingeführt, umgeschult und laufend weitergebildet. Die Idee, sogenannte "vollkommen omnipotente" Arbeitsplätze zu schaffen, konnte somit realisiert werden. Das bedeutet, dass jede Arbeit, von der Finanzbuchhaltung bis zur Computergraphik, von jeder Workstation aus gemacht werden kann. Dementsprechend sind auch vermehrt Verantwortung und Kompetenzen in die Zellen delegiert worden. Damit wurde die Hierarchiestruktur dem Modell des individualisierten Arbeitsortes angepasst und verflacht.  Weiter



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