Durch die höhere zeitliche Flexibilität und der häufigen Anwesenheit des Telearbeiters zu Hause besteht die Möglichkeit einer guten Integration der Arbeitszeit in die familiäre Situation. Einerseits erhöht sich so die Chance, dass der Telearbeiter im Vergleich zu einer "normal" angestellten Person bei der Erziehung der Kinder eine bedeutendere Rolle bekommt, andererseits kann er seine Arbeitszeit optimal mit seiner Freizeit abstimmen.
Untersuchungen haben ergeben, dass die bedeutendere Rolle in der Erziehung vor allem auf den Umstand zurückzuführen ist, dass die arbeitende Person im richtigen Augenblick für die Familie zur Verfügung steht.17 Ein weiterer Vorteil kann darin gesehen werden, dass die Kinder Einsicht in das Berufsleben ihrer Eltem haben.
Nachteile können sich ergeben, wenn Arbeitsplatz und Familie nicht genügend abgegrenzt werden und dauernd Störungen die Folge sind.18 Probleme können auch durch die Isolation der Telearbeiter entstehen.19 Weitere Schwierigkeiten werden etwa in der Doppelbelastung der Frau durch Arbeit und Familie gesehen.20
Eine Umfrage des deutschen Jugendinstitutes aus dem Jahre 1987 hat ergeben, dass 48.6% der Befragten weder eine Zu- noch eine Abnahme, 29.7% eine Abnahme und 8.1% eine Zunahme von familiären Problemen durch Telearbeit festgestellt haben.20
Aus Sicht der Eigentümer bespreche ich den Bereich Produktivität, Qualität des Arbeitsergebnisses und zusätzliche Investitionen für Telearbeitsplätze. weiter
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16) Vgl. Lenk Thomas, Telearbeit, Berlin 1988, S. 96ff. Dieses häufig anzutreffende, negative Bild von Telearbeit kann jedoch empirisch nicht nachgewiesen werden. Vgl. Lenk Thomas ebenda. Vgl. auch Wunderer/Kuhn Innovatives Personalmanagement, Berlin 1995, S. 250.
17) "Übereinstimmend gaben 70% der Männer aus einer Studie von 1987 des deutschen Jugendinstituts an, dass sich ihre Beziehung zu Ihren Kindem verbessert hat." Lenk Thomas, Telearbeit, Berlin 1988, S. 104ff.
18) Telearbeit erfordert mehr Disziplin vom einzelnen Mitarbeiter, da einerseits eine direkte Überwachung fehlt (Die häufigste Arbeitsleistungsmessung ist demzufolge Management by Objectives), andererseits gibt es eine grosse Anzahl von Ablenkungsmöglichkeiten. Vgl. Maciejewski P., Telearbeit - ein neues Berufsfeld der Zukunft, Heidelberg 1987, S. 110f / Vgl. Interview mit Philipp Zutt jr.vom 18. April 1996.
19) Da bei der alternierenden Telearbeit aber ein regelmässiges Treffen mit Arbeitskollegen etc. vorgesehen ist, kann das Risiko einer Vereinsamung als gering eingestuft werden.
20) Vgl. Lenk Thomas, Telearbeit, Berlin 1988, S. 107.
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