1. EINLEITUNG

1.1 Telearbeit eine soziotechnische Innovation in der Arbeitswelt

Die Arbeitswelt im Wandel - Gegenstand sozialwissenschaftlicher ForschungDie Arbeitswelt in der Schweiz befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Dieser hat ökonomische, technisch-organisatorische wie auch kulturelle Ursachen. Aktuelle Schlagworte wie z. B. "lean production", "flexible Arbeitszeit", "Lohnderegulierung", "Telearbeit", etc. sind Indizien für vielfältige betriebliche Reorganisationsprozesse, welche die zukünftige Arbeitswelt tiefgreifend verändern werden. Zudem sind wir zurzeit mit einer für schweizerische Verhältnisse ungewohnt hohen Arbeitslosenrate konfrontiert, für die zumindest teilweise auch strukturelle Faktoren verantwortlich sind.

Die Arbeit nimmt immer noch einen zentralen Platz im Leben der einzelnen Individuen wie auch in der Gesamtgesellschaft ein. Dies wird in einer neuen Studie der Schweizerischen Gesellschaft für praktische Sozialforschung, des Soziologischen Instituts der Universität Zürich und des Forschungsinstituts für Arbeit und Arbeitsrecht (FM) an der Hochschule St. Gallen zu Handen des Schweizerischen Wirtschaftsrats festgehalten. Denn nach wie vor bildet die Arbeitswelt die Grundlage für Ausbildungs- und persönliche Laufbahnentscheide des Einzelnen. Und an ihr orientiert man sich, wenn sozialpolitsche und bildungspolitische Entscheidungen getroffen werden. Dementsprechend entsteht ein dringender Bedarf nach verlässlichem Wissen über die gegenwärtige Situation und zukünftige Trends in der Arbeitswelt. Als besonders wichtig und dringlich erscheinen Forschungen, die beabsichtigte und geplante Entwicklungen antizipieren sowie in Gang befindliche frühzeitig erkennen.1

1.2 Telearbeit - Arbeitsform der Zukunft?

Veränderungen in der "räumlichen Dimension" der Arbeitswelt, das heisst in der geographischen Verteilung von Betriebsstätten und Arbeitsplätzen aufgrund von Veränderungen in den Verkehrs- und Kommunikationstechnologien, sind in den letzten Jahren vor allem im Zusammenhang mit der Entwicklung der Telekommunikation und der Verbreitung von Telearbeit diskutiert worden. So kam beispielsweise eine Studie des demographischen Instituts an der ETH Zürich im Rahmen eines nationalen Forschungsprogrammes zum Schluss, dass Telearbeit aufgrund ihrer geringen Verbreitung vorerst noch eine "Fiktion" sei, sich aber zu einer "realistischen und tragfähigen Innovation" entwickeln lasse.2 Weiter

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1) Geser, Schmid & Schoch, 1994
1) Jaeger U. A., 1987




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