Die Technik macht's möglich

Eingesetzt wird dafür alles, was in einem modernen Büro rumsteht oder in den verschiedenen Computern, meist vom Benützer unbeachtet, verborgen ist. Telefon, Fax, Computernetzwerk, Mailboxen, Voicemail und verschiedenste Programme. «An- gefangen hat natürlich alles sehr klein. Eigentlich mit der Erkenntnis, dass sich aus einem programmierbaren Taschenrechner, mit viel Enthusiasmus, ein brauchbares Tabellenkalkulationsprogramm locken lässt», erzählt Hans Peter Zutt. Das war 1978. Personalcomputer gab es damals noch keine. Und da sei wahrscheinlich, so Zutt, die bis heute beibehaltene Grundlage entstanden, dass es in erster Linie wichtig sei, die vorhandenen Ressourcen auszunützen. Business as usual. «Und so auch mit ver-meindlich unterlegenem Material sehr viel verwirklichen können.» Mit dieser Erkenntnis im Kopf und der Gewissheit im Herzen, dass ja alles rückgängig zu machen sei, ist man also «ausgestiegen». Hat sich getrennt. Im räumlichen Sinn, nicht aber geschäftlich. Distanz damals 15 Kilometer. «Der erste Schritt», erzählt Hans Peter Zutt, «war die konsequente Benützung des Telefons.» Der Draht als echtes Kommunikationsmittel und nicht, um bloss Grüsse zu überbringen. Nach einiger Zeit war man selbst erstaunt, dass der Versuch so gut klappte. «Gewohnheit schlägt manche Brücke. Das gab Auftrieb.» Und der ist bis heute geblieben. Zusammen mit der Einsicht, dass der Einsatz auch modernster Hilfsmittel letztlich nur eine Sache der Gewohnheit ist.

Die folgenden Jahre brachten mehr Professionalität. Der Partner von Hans Peter Zutt zog mit den Grafikern in den Dachstock einer Weinhandlung. Zutt selber organisierte den kaufmännischen Bereich im eigenen Reiheneinfamilienhaus. «Das allerdings brachte einige Probleme. Denn Telekommunikation bedeutet nicht, dass ein Teil der Küche oder des Kinderzimmers zum Arbeitsplatz umfunktioniert wird. Ohne strikte Trennung von Wohn- und Arbeitsbereich kein produktives Arbeiten!»

Die andere Kommunikation

Da sitzt der denn nun, der Telearbeiter - nicht zwingend männlichen Geschlechts -, dessen wichtigstes Arbeitsinstrument heute der Computer ist. Der Computer als Bürokollege? Ist hier die Vereinsamung nicht programmiert? «Durchaus nicht», weiss Firmengründer Zutt zu erzählen. «Die moderne Technik hat uns verschiedenste Kommunikationsmittel beschert: Dank Telefon und Computer sind in unserem System auch Mailboxen und Voicemail eine Selbstverständlichkeit. Auch deren Benützung.» Bei Zutt und Partner hat jeder Mitarbeiter via Computernetz grundsätzlich Zugang zu allen anderen Files im System. Arbeiten können ausgetauscht, bereinigt und verändert werden; mit oder ohne gleichzeitig stattfindendem Dialog über mehrere Dörfer hinweg. «Sicher geht ohne Blickkontakt ein Teil der Emotionen verloren), gesteht Hans Peter Zutt. «Davon ausgehend, dass rund 80 Prozent der Kommunikation in einem Unternehmen einseitig verlaufen, sprich keiner Antwort bedürfen, erhalten bei uns die verbleibenden 20 Prozent jedoch eine ganz wesentliche Gewichtung und qualitative Wertsteigerung. Und selbstverständlich werden auch in unserem Betrieb die zwi-schenmenschlichen Kontakte nicht auf Null reduziert, sondern nur bewusster gelebt und angewendet. Wem die Decke auf den Kopf zu fallen droht, der kommt einfach hier in der Zentrale vorbei.» weiter

 
 
 
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