Am Mittag schickt der Gestalter per Mailbox erste Eindrücke vom Fotoshooting. In der Box befindet sich auch schon der redigierte Kontaktrapport über die gestrige Präsentation. Zutt legt die Datei auf dem Intranet ab, dem betriebsinternen Netzwerk, an dem alle Angestellten angeschlossen sind. Die Datei erhält auch einen Code nach einem im ganzen Unternehmen festgelegten System, welches das Suchen und Finden solcher Files erleichtert.
Zutt kann das Mittagessen in der Familie einnehmen und sich nachher eine kleine Siesta auf der Couch gönnen. Dann aber muss er doch in die Zentrale. Konzipieren im Besprechungsraum ist angesagt. «Für solche Dinge ist der direkte Kontakt wertvoll.» Sein portables Büro, das Notebook, ist stets dabei. Die Daten schaffen Transparenz: Was hat man dem Kunden versprochen? Wann muss der Entwurf abgeliefert werden?
Selbst in der kreativen Arbeit stützen sich Zutt und seine Mitarbeiter(innen) auf den Computer ab. Relationale Datenbanken sind das Haupthilfsmittel. Zum Beispiel werden in einer «Ideothek» laufend alle Ideen eingetragen, sie stehen allen zur Verfügung. Bei dieser «Computer aided creativity» werden Ideen nicht nur gesammelt und sortiert, sie können auch in beliebigen Zusammenhängen verknüpft, bewertet und grafisch dargestellt werden.
Mittlerweile ist es 16 Uhr. Zutt ist zurück in seinem «Einzeller», das heisst im Büro zu Hause. Im Eingangsordner befinden sich Briefe sowie ein Manuskript. Bei diesem visiert er den elektronischen OK-Stempel. Er kann aber auch Briefe elektronisch signieren, denn seine persönliche Unterschrift ist digitalisiert worden. Dazu setzt er sie am richtigen Ort ins Dokument ein. Dieses wird in der Zentrale ausgedruckt, für Zutt erübrigt sich der Gang zur Post.
Der letzte Arbeitsgang ist die «Schneckenpost» (snail-mail) - alles, was nicht eilt wie Mailings oder Einladungen. 90 Prozent dieser Post leitet Zutt via Voice-Mail weiter. Nachdem die Termine für den nächsten Tag netzweit koordiniert sind, ist für heute Feierabend. Natürlich geht nicht jeder Tag für Teleworker reibungslos über die Bühne. Ab und zu ist ein Modem defekt, es gibt Probleme mit einem PC oder gewisse Verbindungen funktionieren nicht. Für solche Notfälle müssen Techniker schnell zur Stelle sein. «Die braucht es unbedingt in einem Unternehmen, das doppelt so viele Computer wie Menschen zählt», unterstreicht Zutt. In der Regel aber laufe der Betrieb reibungslos.
Ralph Hug
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