Nutzung der Möglichkeiten

Und wir glauben das alles zu wissen, und verhalten uns etwa gleich wie vor fünfzig Jahren. Wir betrachten unsere Werkzeugkoffer mit den gleichen, alten Augen. - Sicher haben die meisten von uns den eigenen PC auf dem Bürotisch. Sicher telefonieren wir alle etwas mehr als unsere Grosseltern. Sicher freuen wir uns über Geschwindigkeit von Fax, Telefonwählautomat und Zugriff auf die Harddisc. Aber was ändern Sekun-den, wenn wir die Kommunikationsphysik aus Raum, Zeit und Info nicht erkennen? Und - jetzt kommt das Entscheidende - die neuen Instrumente aus diesem mehrdimensionalen Raum nicht nutzen: Jeder PC ist auch ein Briefkasten. Jeder Telefonbeantworter ist ebenfalls ein Briefkasten. Jeder Tonträger ist auch Notizblock, Begleitzettel Verbindungsglied zu anderen Medien. Auch der Fax ist ein Briefkasten. Nehmen wir jetzt noch ein paar Relais wie Modems, Multiplexer usw. hinzu, ausserdem ein paar schnelle Leitungen und etwas passende Software, dann haben wir einen Instrumentenkoffer, der manchem Zeitgenossen wahrlich utopisch vorkommt. Dabei ist alles ab Stange auf dem Markt erhältlich. Aber das ist erst der Anfang, denn was jetzt die Kombination der verschiedenen Instrumente miteinander ergibt, lässt vermeintliche Grenzen unseres kargen Bürodaseins weit hinausschieben.

Stellen Sie sich vor, Sie kommen am morgen nicht in Ihr Büro, weil Sie nämlich heute eine Arbeit ebensogut zu Hause machen können. Und Sie fehlen nicht im Geschäft, weil Sie online sind, erreichbar, ansprechbar, entscheidungs-, delegations- und kommunikationsfähig. Nur etwas weiter weg als gewohnt. Besser erreichbar für andere sogar, als wenn Sie in Sitzungen sitzen. Falls Sie dann anderntags in Ihr Unternehmen fahren, finden Sie alle Instrumente und Arbeitsunterlagen vom Vortag am gewohnten Büroarbeitsplatz wieder. Elektronik und Telekommunikation haben dafür gesorgt.

Visionen als Auslöser

Die neuen Möglichkeiten entstehen durch neue Ideen und die wiederum entstehen aus neuen Wünschen und Visionen. Stellen Sie sich also bitte vor, was Sie wollen. Es geht fast alles. Ich kenne Leute, die haben angefangen Ideen zu realisieren, zu denen Ihnen ein technischer Baustein fehlte weil er noch nicht fertig entwickelt war. Im Laufe der Projektrealisierung kam der Baustein auf den Markt. So schnell geht das heute. Nicht immer, aber solche Risiken sind kalkulierbar geworden.

Zugegeben, ganz so einfach wie hier beschrieben, ist es nicht. Damit Menschen anfangen Technik wirklich zu beherrschen und kreativ anzuwenden, braucht es lange Lernprozesse. Diese wiederum bedingen eine unité de doctrine im Unternehmen. Als Werber mit dem Fachwort Corporate identity vertraut, möchten wir den neuen Ausdruck Organisations-CI einführen. Damit jeder Mensch im Unternehmen, ob in der Mutterzelle arbeitend oder am dezentralisierten Arbeitsplatz, die neuen Freiheiten schrittweise für sich beanspruchen und leben kann, braucht es den genetischen Code. Er bedingt klare Politik, Schulung, Regeln und ein sauberes Risk-Management.

 
 
 
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