Arbeiten zu Hause, ob als Angestellter oder Selbstständiger, hat viele Vorteile, kann aber auch Probleme mit sich bringen. Wer sich dafür interessiert, sollte einige Punkte beachten:
Bei IBM hat sich durch die Telearbeit für die Angestellten arbeitsrechtlich nichts verändert und dieMitarbeiter haben weiterhin Anspruch auf Ferien und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Doch wer als freier Mitarbeiter Aufträge erledigt, muss sich nicht nur selbst um Versicherungen und Altersvorsorge kümmern, sondern in den meisten Fällen auch für die ganze Infrastruktur wie Computer, Modem oder Notebook aufkommen.Eine ideale Lösung hat der ehemalige Tages-Anzeiger-Redaktor Peter Früh gefunden. Mit einer 40-Prozent-Stelle als Redaktor der Lehrerzeitschrift der beiden Kantone Aargau und Solothurn hat er ein festes Standbein und ein gesichertes Einkommen. Ausserdem wird ihm für diese Tätigkeit in Aarau ein Büro samt Einrichtung zur Verfügung gestellt. Den Rest der Zeit arbeitet erfür verschiedene Auftraggeber als freier Journalist per Fax und Modem von zu Hause aus. "Nach fast 20 Jahren in der Hektik des Tagesjournalismus geniesse ich meine neue Freiheit", erklärt er. "Aber ich bin auch ganz glücklich, regelmässig zwei Arbeitstage ausser Haus zu verbringen."
Wer sich selbstständig machen will, sollte sich intensiv mit der neuen Arbeitsform auseinandersetzen. "Klären Sie vorher ab, ob Ihre Geschäftsidee realisierbar ist", meintLaufbahnberaterin Helena Schmidhauser aus Winterthur. "Sprechen Sie mit erfolgreichen Selbstständigerwerbenden, nehmen Sie Kontakt mit Verbänden auf, prüfen Sie IhreMarktchancen und erstellen Sie einen Geschäftsplan."
Der Elektroingenieur Ernst Pfenninger hatte sieben Jahre lang bei der Telefonherstellerfirma Zellweger Uster AG (heute Ascom) gearbeitet. Als er den Entschluss fasste, ein Kleinunternehmen zur Entwicklung von Telefonapparaten und anderen elektronischen Geräten zu gründen, brachte er nebst dem beruflichen Know-how auch ein finanzielles Polster mit. "Ich sah, dass einige meiner Kollegen sich leisten konnten ein Jahr auszusetzen, um die Welt zu bereisen", erzählt er. "Deshalb beschloss ich mir diese Frist zu setzen, um meine Firma ins Rollen zu bringen."Sein kleines Entwicklungslabor lief vom Start weg gut an, da er Kontakte von seiner früheren Tätigkeit her nutzen konnte und recht bald eine Stammkundschaft aufgebaut hatte.Der Unternehmensberater Werner Stettler, der von seinem Heim im Kanton Aargau aus mit seiner Firma am Zürichsee vernetzt ist, sieht viele Vorteile in der Telearbeit. "ln meinem Büro arbeite ich ungestört, der einstündige Arbeitsweg fällt weg und ich kann bei schönem Wetterauch einmal eine Pause für Sport einschalten", sagt er. "Allerdings besteht die Gefahr, dass mandurch die Heimtätigkeit zum Einzelkämpfer wird. Wenn im Hauptbüro Anfragen eingehen, muss ich schauen, dass ich auch etwas davon mitkriege."
Erfahrene Telearbeiter wissen, dass sie sich selber darum bemühen müssen, aus der Isolation der Heimarbeit herauszukommen. Deshalb schliessen sie sich professionellen Organisationen an, treffen Kollegen zum Mittagessen, besuchen Seminare und benützen Telefon und E-Mail, um in Kontakt mit andern Mitarbeitern zu bleiben. weiter