Erlauben wir uns wieder diese Frage, ob das so sein müsse! Können wir auf der Zeitachse immer nur das tun, was der aktuellen Zeit entspricht? Können wir nicht auf mehreren Punkten auf der Zeitachse gleichzeitig operieren und damit Zeit verkürzen oder verlängern? Zumindest was unsere Arbeit und unsere Arbeitsabläufe anbelangt. Auch dazu ein praktisches Beispiel: Wenn jemand, dem Sie jetzt etwas sagen wollen, nicht da ist, dann können Sie ihm einen Zettel aufs Pult legen oder an den Kleiderschrank hängen oder unter die Windschutzscheibe klemmen. Sie bestimmen also eine «Briefkasten» und wenden ihn konsequent an, um damit der Zeit ein Schnippchen zu schlagen, indem Sie «GIeichzeitigkeit» der Information erzwingen. Oder anders gesagt: Sender und Empfänger auf der Zeitachse durch eine Box zusammenfassen. Und was ist mit den neuen Möglichkeiten, die uns die Telekommunikation bringt und bringen wird? Vom Telefax zum Televideo und von der Mailbox über Voice-Mail bis zum weiten Netzwerk. Wir kommen darauf zurück.
LEBENSWICHTIGE INFORMATION
Zum dritten: Überall fliesst Information. Information ist das halbe Leben, oder das ganze. Richtig managen heisst richtig kommunizieren. Wer den «richtigen Draht» zum andern findet, hat auch «die richtige Wellenlänge». Information ist nicht neu, und Kommunikation auch nicht. Neu ist das «Tele», das Raum und Zeit relativiert. Kommunikation wird damit zu etwas Allumfassendem, fast Absolutem. Oder negativ formuliert: Kommunikationsbarrieren, Kommunikationsverzögerungen, Kommunikationslöcher, Kommunikationsschwierigkeiten werden in unserer immer schneller und kleiner werdenden Welt lebensbedrohend Übertrieben? Denken Sie an die Fluglotsen! Flugverkehr ist ohne Datenverkehr heute undenkbar. Oder denken Sie an die Börse! Sie ist ohne weltweites Elektroniknetzwerk heute unvorstellbar - deshalb auch unvorstellbar empfindlich, wie wir alle mittlerweile wissen. Es gibt kaum mehr einen Bereich in Industrie, Handel und ganz besonders im Dienstleistungsbereich, wo Information nicht zum entscheidenden Kriterium geworden ist.
BEWUSST NUTZEN
Und wir sitzen da, glauben, das alles zu wissen und verhalten uns etwa gleich wie vor fünfzig Jahren. Besser gesagt, wir betrachten unsere Werkzeugkoffer mit den gleichen, alten Augen. - Sicher haben die meisten von uns den eigenen PC auf dem Bürotisch (mittlere Nutzung ist gleich eins bis drei Programme pro Person). Sicher telefonieren wir alle etwas mehr als unsere Grosseltern. Sicher freuen wir uns über die Geschwindigkeit von Fax, Telefonwählautomat und Zugriff auf die Harddisc. Aber was ändern Sekunden (im Faxfall sind es Stunden, die aber durch die Gewohnheit gleich wieder neutralisiert werden, weil alle einen Fax haben), wenn wir die Kommunikations-Physik aus Raum, Zeit und Info nicht erkennen? Und - jetzt kommt das Entscheidende - die neuen Instrumente aus diesem mehrdimensionalen Raum nicht nutzen: Jeder PC ist auch ein Briefkasten. Und ein intelligenter obendrein. Jeder Telefonbeantworter ist ebenfalls ein Briefkasten, auch er mehr oder weniger intelligent. Jeder Tonträger ist auch Notizblock, Begleitzettel, Verbindungsglied zu anderen Medien. Auch der Fax ist übrigens ein Briefkasten. Nehmen wir jetzt noch ein paar Relais wie Modems, Multiplexer usw. hinzu, ausserdem ein paar schnelle Leitungen und etwas passende Software, dann haben wir einen Instrumentenkoffer, der manchem Zeitgenossen wahrlich utopisch vorkommt. Dabei ist alles ab Stange auf dem Markt erhältlich.
Phantastische Chancen bietet die Tele-Zusammenarbeit auch für Frauen, Mütter oder Wiedereinsteiger, die Familie und Berufsleben gleichzeitig erleben wollen.
Das Telefon ist und bleibt unentbehrlich im Geschähsalltag. Dazu kommen Telefax, Mailbox, Voice-Mail, Sprachbriefkästen, Telefonbeantworter usw., und im Verbund ergibt sich ein optimaler Kommunikations-Mix.
ARBEITEN ZUHAUSE
Aber das ist erst der Anfang, denn was jetzt die Kombination der verschiedenen Instrumente miteinander ergibt, schiebt vermeintliche Grenzen unseres kargen Bürodaseins weit hinaus. Stellen Sie sich vor, Sie kommen am Morgen nicht in Ihr Büro, weil Sie nämlich heute eine Arbeit ebenso gut zuhause machen können. Und Sie fehlen nicht im Geschäft, weil Sie online sind, erreichbar, ansprechbar, entscheid-, delegations- und kommunikationsfähig. Nur etwas weiter weg als gewohnt. Besser erreichbar für andere sogar, als wenn Sie in (oft zu langen) Sitzungen sitzen. Falls Sie dann anderntags in Ihr Unternehmen fahren, weil Sie jemandem in die Augen sehen wollen, was durchaus verständlich und sehr oft auch das einzig Richtige ist, finden Sie alle Instrumente und Arbeitsunterlagen vom Vortag am gewohnten Büroarbeitsplatz wieder. Elektronik und Telekommunikation haben dafür gesorgt. weiter