Seit den 60er bis weit in die 80er Jahre schwärmten die Computer-Freaks vom Büro 2000, von der totalen Kommunikation. Die meisten «gewöhnlich Sterblichen» wollten davon allerdings wenig wissen. Durch elektronische Heimarbeitsplätze könnten die Pendlerströme eingeschränkt werden, insistieren die Enthusiasten. Doch der Verkehr wächst und wächst. Die Experten preisen die Möglichkeiten der Vernetzung: Dezentral würde die Wirtschaft wachsen, ja in den abgelegensten Randgebieten würden hochwertige Arbeitsplätze wie Pilze aus dem Boden schiessen. Die Unternehmen interessierte dies wenig, sie konzentrierten und zentralisierten weiter, die Metropolen boomten. Eine Reihe neuer Kommunikationsmittel wurde parallel dazu entwickelt: Fax, Mailbo-xen, Videotex, Videokonferenz-Technologie, ISDN. Der Vormarsch dieser technischen Mittel ist heute unübersehbar. Gefördert wurde er unter anderem durch die Miniaturi- sierung und den Preiszerfall der elektronischen Grundbausteine wie Rechen- und Speicher-Chips.
Doch es gab auch Unentwegte, die an der Realisierung der Utopie dezentraler, vernetzter Arbeitsplätze werkelten, die gewissermassen die «philosophische» Grund- lage für die neue Arbeitstechnik legten. Schritt für Schritt verwirklichten sie, was heute Telearbeitsplatz heisst.
Die Banken, gewohnt, mit grossen Datenmengen umzugehen, die an verschiedenen Orten anfallen und möglichst rasch an anderen Orten verfügbar sein müssen, erkann-ten früh die Vorteile, die sich ihnen durch die Vernetzung von individuellen Arbeitsplät-zen boten. Von der Vernetzung einzelner Arbeitsplätze zum Verbinden verschiedener Arbeitsplatz-Netze ist ein kleiner, wenn auch aufwendiger Schritt. Die Schweizerische Kreditanstalt bietet darum auch seit Mitte der 80er Jahre Telearbeitsplätze an. Für die Einführung haben laut den Personalverantwortlichen der SKA der Wertewandel in der Bevölkerung eine erhoffte Abnahme der Fluktuation und der ausgetrocknete Arbeitsmarkt im Raume Zürich gesprochen. Die Vorteile lägen auf der Hand: Qualifizierte Arbeitskräfte können auch in Randgebieten beschäftigt werden, Arbeitskräftemangel ist kein Grund mehr, mit Betrieben abzuwandern, und ausserdem sinkt das Verkehrsaufkommen.
Das Resultat der durch den Aufbau der Telearbeitszentren bedingten aufwendigen organisatorischen Massnahmen wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Telearbeitszentren der SKA gelohnt: Sie sind mehrheitlich zufrieden. Einzig die infor-mellen Kontakte werden vermisst. weiter
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