Oberländer Werbeagentur Zutt & Partner macht Arbeiten und Wohnen unter einem Dach möglich

Ein Ausweg aus der vaterlosen Gesellschaft

reu. Am Anfang stand ein frommer Wunsch: Wohnen und Arbeiten sollten nicht länger getrennt sein Als der Werbefachmann Hans Peter Zutt in Wolfhausen bei Bubikon vor einem Dutzend Jahren diesen Traum träumte, war Telearbeit noch ein Fremdwort. Doch die Kommunikationstechnologie machte Riesenfortschritte, und der Oberländer Unternehmer wusste sie zu nutzen Heute ist das Büro der Firma Zutt & Partner auf mehrere Orte im Zürcher Oberland verteilt - dort, wo die restlichen Mitarbeiter zu Hause sind.

Als Hans Peter Zutt 1980 den dringenden Wunsch hatte, Geschäft und Familie unter einen Hut zu bringen, dachte er zunächst an etwas ganz Alternatives: einen Bauernhof zu erwerben. Doch dann besann er sich auf seine Fähigkeiten in punkto Kommunikation - das ist schliesslich sein SpezialgebieL Er brauchte nicht gleich Bauer zu werden, das Problem liess sich auch als Werbeprofi lösen Es war nicht mehr als eine Frage der richtigen Kommunikation Die ersten Gehversuche unternahmen Hans Peter Zutt und sein damaliger Partner mit simplen Mitteln Die Bürotüren wurden zugemacht, zwischen dem Schreibtisch des einen und dem des anderen lagen (fiktive) 15 Kilometer Entfernung. Miteinander reden liess sich auch per Telefon .Und siehe da, es klappte auch ohne Hin- und Herlaufen, erinnert sich Hans Peter Zutt im Gespräch mit dem ZO

Gehversuche auf Neuland

Die beiden Geschäftsleute betraten Neuland. Literatur zum Thema Lebensraum und Arbeitsplatz gab es keine, der Begriff "vernetztes Denken" war noch unbekannt. Doch kam ihnen die Revolutionierung der Bürotechnik zu Hilfe: Telefaxgeräte und Personalcomputer kamen auf den Markt ."Die Entwicklung unserer Bürophilosophie und die der Technik gingen Hand in Hand", sagt Zutt. Die Kommunikationsfachleute waren unter den ersten, die Faxgeräte intensiv nutzten - "in den ersten Monaten nur für unsere internen Mitteilungen". So kamen sie ihrem Ziel näher: räumlich getrennt arbeiten, aber in enger Kommunikation. Und fühlten sich auf dem richtigen Weg. "Wir haben unsere Kunden gefragt - sie haben nicht gemerkt, dass wir unsere Arbeit anders organisieren", meint Zutt.

Die Entwicklung der Technik wies den weiteren Weg: Mailbox und Freisprechanlagen tauchten auf und boten den Werbebüros neue Chancen Die Freisprechanlagen wurden zur Konferenzschaltung genutzt. "Wir waren immer auf der Suche nach den neuesten Dingen", sagt Hans Peter Zutt. Mit den elektronischen Nachrichten in der Mailbox, abrufbar per Computer, liessen sich An- und Abmeldungen sowie Termine regeln - der digitale Ersatz für die Chefsekretärin. Damit nicht alles. In die Mailbox kamen Nachrichten, die keine unmittelbare Antwort brauchten. Das Verfahren läuft noch heute so. Der Computer meldet sich beim Partner, und dieser kann die Mitteilung abrufen, wenn er Zeit hat; er wird bei der Arbeit nicht gestört.

Damit alles reibungslos funktioniert, muss nicht nur die Technik mitspielen; entscheidend ist die richtige Organisationsform. So hat man gemeinsam mit Computerfachleuten ein Management-System entwickelt, das die einzelnen Komponenten miteinander sinnvoll vernetzt - Software von der Stange gibt es dafür nicht. "Wir haben zwar eine sehr hohe Telefonrechnung, leisten aber eine effektivere Arbeit", erläutert Hans Peter Zutt ."So gibt es kein Palaver an endlosen Sitzungen, sondern wir konzentrieren uns auf das Wesentliche." Und ein anderer Aspekt kommt noch hinzu. Von einem auf den anderen Tag haben die Mitarbeiter weniger Benzin mit Autofahrten verbraucht. "Das war zwar nicht unser primäres Motiv, aber auch wir denken wirtschaftlich - und an die Umwelt", sagt Zutt. weiter

 
 
 
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